Kämpfende Solidarität

 

   Die “Kämpfende Solidarität  (Solidarnosc Walczaca, weiter “SW”), war eine Antikommunistische Untergrundorganisation, die im Jahre 1982 in Polen entstand, gegründet und geführt von Kornel Morawiecki. SW entstand als Folge der Meinungsverschiedenheiten zwischen Aktivisten der Gewerkschaft “Solidarität” über Methoden des Kampfes mit Kommunisten nach der Einführung des Kriegzustandes in Polen am 13.12.1981.

   Mit dem Verlangen nach Unabhängigkeit Polens und der Freiheit für alle Völker, die durch den Kommunismus beherrscht wurden, überschritt die SW den gewerkschaftlichen Rahmen ihrer Ziele und Aufgaben. SW sprach den Kommunisten offen das Regierungsrecht ab und sah den schnellen Untergang des Kommunismus voraus. Ihr wurde starker Radikalismus nachgesagt sowie fehlender Realismus – aber gerade ihre Behauptungen ergaben sich als zutreffend.

   SW hatte ca. 2 000 Mitglieder, mehrere Abteilungen in ganz Polen und Vertretungen im Ausland. Führungsorgane waren der Vorsitzender, der Rat SW und das Ausführungskomitee.

   Hauptkampfformen waren die Herausgabe von Zeitschriften, Untergrund-Aktivitäten, Sendungen von illegalen Radioprogrammen, Organisieren von Protesten, Strassendemonstrationen und Streiks. 

   SW hat eng mit der Gewerkschaft “Solidarität” zusammen gearbeitet und leisteten dieser oft technische Hilfestellungen.

  Die besondere Wirksamkeit der Aufklärungsarbeit lag in der eigenen Spionageabwehr, gestützt auf moderne Funküberwachung über die Sicherheitsorgane und der Mitarbeit bestimmter Funktionäre aus dem Staatssicherheitsdienst.

   In der zweiten Hälfte der 80iger Jahre unterstützte die SW aktiv die Freiheitsbewegung in Osteuropa und auf dem Gebiet der UdSSR. Organisationsvertreter haben Litauen, Lettland, Estland, Ukraine, Moldowa erreicht und auch Grusjen, Kasachstan, Armenien, Aserbejdjan, haben Erfahrungen geteilt, haben fachmännische Hilfe geleistet, Drucker und elektronische Ausrüstung geschmuggelt, aber auch SW Flugblätter und illegale Schriften (gedruckt u. a. in Tschechischer, Russischer, Ungarischer und Ukrainischer Sprache).

   Im Jahre 1989 hat sich die SW gegen die Verständigung mit den Kommunisten gestellt. Ein Teil der Polnisch Oppositionellen Gruppen (s. g. Runde Tisch) trat mit der Motivation von moralischen und politischen Rechten für diese Verständigung ein. 

   Formal wurden die konspirativen Aktivitäten im Jahre 1992 beendet. Mitglieder der SW versuchten ihre Arbeit für ein Freies Polen fortzusetzen, im Rahmen der Legalen Freiheits-Partei. Aber auf Grund der neu entstanden Situation, dem Aufruf der Partei nach radikalem Abbruch mit dem Kommunismus, fand sie keine Zustimmung in der Bevölkerung. 

  Die politische und propagandistische Zusammenarbeit der Unterzeichner der “Runden Tisch-Verständigung” haben zur politischen Marginalisierung der SW geführt und zum fast vollständigen Vergessen ihres Beitrages zum Untergang des Kommunismus. Erst kürzlich, nach dem Machtverlust von den Postkommunisten und ihren Verbündeten, erinnerte man sich langsam der gespielten Rolle von der “Kämpfende Solidarität“.

   Im Juni 2007 feiert die “Kämpfende Solidarität  den 25. Jahrestag ihrer Gründung. An den geplanten Feierlichkeiten werden höchste Persönlichkeiten der Polnischen Regierung teilnehmen. 

Przewiń do góry